KAHNBEINFRAKTUR

Das Kahnbein ist einer von 8 Handwurzelknochen. Es liegt zwischen dem Daumenstrahl und der Gelenkfläche der Speiche. Bei einem Sturz oder Schlag auf die Hand ist es der Knochen der Handwurzel der am häufigsten bricht.

KAHNBEINBRUCH

Ein Kahnbeinbruch verursacht manchmal nur geringen Beschwerden und ist auf Röntgenbildern teils schwer zu erkennen. Bei Beschwerden und unauffälligem Röntgenbild sollte die Röntgenuntersuchung nach einigen Tagen daher nochmals wiederholt oder ein CT angefertigt werden. Bei einem Bruch dieses Handwurzelknochens klagen die Patienten über Schmerzen am Handgelenk unterhalb des Daumens. Besonders die Streckung des Handgelenkes z. B. beim Aufstützen ist schmerzhaft. Die „Tabatière“ (Vertiefung, die zwischen den Sehnen bei Abspreizung des Daumens am Handgelenk entsteht) ist druckschmerzhaft und verstrichen.

BEHANDLUNG

Bei unverschobenen Brüchen ist entweder eine konservative (Gipsruhigstellung) oder operative (Verschraubung) Behandlung möglich. Bei verschobenen Brüchen wird in der Regel die Operation empfohlen.

Warum heilt ein Kahnbeinbruch so langsam?

Da das Kahnbein nur eingeschränkt mit Blut versorgt wird dauert es sehr lange, bis sich im Bruchspalt neuer Knochen gebildet hat der die beiden Bruchstücke wieder fest miteinander verbindet. Je nach Art und Lage des Bruches muss bei konservativer Gipsbehandlung daher das Handgelenk für 8 bis 12 Wochen ruhiggestellt werden. Dazu wird häufig ein Gips- oder Kunststoffverband angelegt, der bis zur Hand reicht und noch den Daumen einschließt.

Gibt es Alternativen zu der langdauernden Ruhigstellung?

Mittels operativer Versorgung eines frischen Kahnbeinbruchs kann in der Regel auf eine längere Gipsruhigstellung verzichtet werden. Hierbei wird eine speziell für das Kahnbein entwickelte zweiteilige Lochschraube aus Titan verwendet. Die Schraube wird unter Rö-Kontrolle ins gebrochene Kahnbein eingedreht. Über zwei unabhängig voneinander drehbare Gewinde an den Enden der Schraube wird ermöglicht, dass die beiden Bruchstücke fest aufeinander gedrückt werden und sich durch die innere Schienung nicht mehr gegeneinander bewegen können. So kann der Bruch ohne äußere Schienung ausheilen. 

OPERATIVE BEHANDLUNG

Wie wird diese Operation durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt ambulant in regionaler Betäubung des Arms (Plexus-Anästhesie). Zunächst wird ein ca. 5 mm großer Hautschnitt über dem Kahnbeinkopf auf der Beugeseite des Handgelenkes angelegt. Unter Röntgenkontrolle wird in das Kahnbein ein 1 mm starker Draht eingebohrt. Liegt dieser richtig im Knochen, wird darüber die Lochschraube eingeschraubt, wobei der Draht als Führung dient. Die Schraube wird vollständig im Knochen versenkt und presst die beiden Bruchstücke fest zusammen. Anschließend wird der Führungsdraht entfernt und die kleine Wunde mit einem Hautfaden verschlossen. (minimal-invasive Technik).

NACHBEHANDLUNG

Nach der Operation wird ein kleiner Verband angelegt. Das Handgelenk wird mit einer kurzen Gipsschiene für einige Tage ruhiggestellt. Die Hautfäden können 10 - 12 Tage nach dem Eingriff entfernt werden. Das Handgelenk darf dann wieder voll bewegt, übermäßige Belastungen sollten bis zur Ausheilung aber gemieden werden. 
Der Heilungsverlauf wird anhand von Röntgenbildern kontrolliert.

 

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